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Anjuly Rudolph
Warum du nicht beweglich sein musst, um mit Yoga anzufangen
„Ich würde ja gerne Yoga machen – aber ich bin einfach nicht beweglich genug.“
Vielleicht hast du diesen Satz selbst schon gedacht. Oder laut ausgesprochen. Für viele Menschen ist genau dieser Gedanke der Moment, in dem Yoga innerlich wieder von der Liste gestrichen wird. Zu intim, zu anspruchsvoll, zu weit weg vom eigenen Körpergefühl. Und genau hier beginnt eines der größten Missverständnisse rund um Yoga – besonders in der westlichen Welt.
Yoga war nie als Beweglichkeitstest gedacht. Und doch wird es heute oft genau so dargestellt.
Wenn man sich Yoga auf Social Media anschaut, sieht man fast ausschließlich gelenkige Körper, spektakuläre Posen und eine Ästhetik, die eher an Akrobatik als an innere Balance erinnert. Kein Wunder also, dass Menschen mit wenig Beweglichkeit, mit Schmerzen oder mit einem stressbelasteten Alltag denken: Yoga ist nichts für mich. Dabei sind es genau jene Menschen, die vom Yoga am meisten profitieren können.
Im Westen wird Yoga häufig auf Muskeln, Faszien und äußere Form reduziert. Viele Yogalehrer:innen sprechen fast ausschließlich über Dehnung, Kraft und Ausrichtung – und lassen dabei die ganzheitliche Dimension völlig außen vor. Yoga ist jedoch kein isoliertes Körpertraining. Yoga ist ein komplexes System, das auf mehreren Ebenen gleichzeitig wirkt. Yoga ganzheitlich zu verstehen bedeutet, den Menschen nicht nur als Körper, sondern als Einheit von Körper, Geist, Nervensystem, Hormonen, Emotionen und Bewusstsein zu betrachten.
Was dabei besonders oft übersehen wird: Yoga wirkt auf mindestens elf verschiedene Körpersysteme. Neben Muskeln und Gelenken beeinflusst Yoga vor allem das Nervensystem und das Hormonsystem – also genau jene Bereiche, die unsere Reaktion auf Stress, unsere Schlafqualität, unsere emotionale Stabilität und unser allgemeines Wohlbefinden bestimmen. Viele chronische Beschwerden haben ihren Ursprung nicht in mangelnder Beweglichkeit, sondern in einem dauerhaften Zustand von innerer Anspannung.
Deshalb greifen auch viele Menschen zu Yoga, weil sie Schmerzen haben. Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Schulterprobleme. Und ja – Yoga bei Schmerzen kann sehr effektiv sein. Doch Yoga arbeitet nicht nur dort, wo es weh tut, sondern dort, wo es begonnen hat.
In einer ganzheitlichen Perspektive stehen viele körperliche Beschwerden in Verbindung mit inneren Mustern. Zu viel Verantwortung tragen, nicht Nein sagen können, das Gefühl haben, alles allein schaffen zu müssen, oder sich im Leben nicht unterstützt zu fühlen. Besonders beim Thema Rücken zeigt sich das deutlich. Wer sich mit Yoga Ursachen von Rückenschmerzen auseinandersetzt, erkennt schnell, dass Stabilität im Körper oft eng mit emotionaler und mentaler Sicherheit verbunden ist.
Yoga schafft einen Raum, in dem diese Zusammenhänge nicht analysiert, sondern gespürt werden dürfen. Über Bewegung, Atem und bewusste Wahrnehmung kommt das Nervensystem zur Ruhe. Und erst wenn diese Ruhe einsetzt, kann der Körper beginnen loszulassen – nicht nur auf muskulärer, sondern auch auf emotionaler Ebene.
Dabei wird ein weiterer Aspekt oft unterschätzt: die mentale Dimension von Yoga. In der öffentlichen Wahrnehmung sprechen wir viel über Schultern, Nacken und Rücken – aber kaum über Stress, Schlafprobleme, innere Unruhe oder mentale Erschöpfung. Dabei ist genau hier die Wirkung von Yoga oft am tiefsten. Meditation wird dabei häufig nur am Rande erwähnt, fast wie ein stiller Gast im Raum. Und doch ist sie ein zentraler Bestandteil der Yogapraxis.
Yoga begegnet dir dort, wo du gerade bist. Nicht erst, wenn du beweglicher geworden bist. Nicht erst, wenn dein Leben ruhiger geworden ist. Yoga holt dich ab – genau jetzt. Wie ein verlässlicher Uber-Fahrer, der nicht fragt, warum du noch nicht weiter bist, sondern einfach dort anhält, wo du stehst.
Vielleicht der wichtigste Punkt überhaupt: Yoga ist sogar ohne jede körperliche Bewegung möglich. Selbst Menschen, die körperlich stark eingeschränkt oder vollständig gelähmt sind, können Yoga praktizieren – über den Atem, über die Sinne, über innere Bilder und Ausrichtung. Denn Yoga beginnt nicht im Körper. Yoga beginnt im Bewusstsein.
Yoga entfaltet sich nicht linear. Es ist kein schnelles Werkzeug zur Selbstoptimierung. Yoga ist wie eine Zwiebel. Schicht für Schicht zeigt sich, was gesehen werden will. Erst im Körper, dann im Atem, im Nervensystem, in Emotionen und alten Mustern. Und mit jeder Schicht wird nicht nur der Körper freier, sondern auch das Leben ein wenig leichter.
Du musst also nicht beweglich sein, um mit Yoga zu beginnen. Du musst nicht anders werden als du bist. Du musst nur bereit sein, dir selbst zu begegnen – genau dort, wo du gerade stehst.
Yoga beginnt mit einem Atemzug. Und der ist immer verfügbar.



